Im Moment ist es ja für alles zu heiss. Sogar zum Lesen, wenn ich ehrlich bin. Ich schaue zurzeit primär noch Verfilmungen grosser Literatur, wie beispielsweise die Netflix-Adaption von «Hundert Jahre Einsamkeit». Aber das ist natürlich auf Dauer keine Lösung. Da trifft es sich gut, dass mein erster Buchtipp in diesem Monat ein Buch mit wenig Text, dafür vielen Bildern ist. Der Schweizer Heimatschutz hat nämlich die Publikation «Die schönsten Bäder der Schweiz» neu aufgelegt.
Der Band wurde nun zum dritten Mal überarbeitet und stellt fünfzig der schönsten Freiluftbäder der Schweiz vor. Von architektonischen Ikonen in Basel bis hin zu Strandschönheiten in Biel gibt es so viel zu entdecken. Und vielleicht will mal jemand einen Guide für die besten Badi-Pommes zusammenstellen. Ich wäre eine dankbare Abnehmerin.
Von architektonischen Ikonen in Basel bis hin zu Strandschönheiten in Biel gibt es so viel zu entdecken.
Als Zürcherin in Bern bin ich bestens mit dem Thema kantonaler Identitäten vertraut. Ich weiss, wie der typische Berner zu sein scheint, weiss, wie man sich so die typische Zürcherin vorstellt und auch, worin sie sich angeblich unterscheiden. Nebst den kantonalen Identitäten gibt es dann ja noch die helvetische Identität, die wir uns vermeintlich alle teilen.
Wir alle wissen, was jemanden schweizerisch macht. Oder? Ist es Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Gelassenheit, Eigenbrötlerei? Oder vielleicht Neurotizismus, Optimismus, Frühaufsteherei oder Sparsamkeit? Ich weiss es nicht. Jemand, der sich jedoch intensiv mit Fragen wie dieser auseinandergesetzt hat, ist Markus Freitag. Im kürzlich erschienenen Buch «Wie viel Schweiz steckt in Ihnen?», stellt er 52 Fragen zur Schweizer Mentalität. Dabei haben Alltagsbeobachtungen genauso Platz wie fundierte sozialwissenschaftliche Erkenntnisse.
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Es gibt viele Sachen, die schön sind im Internet. Und in den sozialen Medien. Manchmal fühle ich mich wie die Verfechterin einer Sache, die sonst alle vorgeben, doof zu finden. Aber ich liebe Instagram, ich liebe den Austausch, ich liebe lustig-dumme Videos, und ich liebe die Trends, die sich immer wieder im Rekordtempo ändern. Wenn es um Literatur und die sozialen Medien geht, gibt es einiges an Potenzial, das zum Glück bereits ausgeschöpft wird. Es gibt Accounts, die Buchtipps geben und mit anderen leidenschaftlichen Leser*innen in den Dialog treten möchten.
Auch ich komme manchmal über die sozialen Medien an eine Buchempfehlung. Wie beispielsweise kürzlich bei «Yesteryear» von Caro Claire Burke. Gefühlt überall poppte dieses Buch in meinem Feed auf. Eine Tradwife-Influencerin, die ungewollt zurück in jene Zeit reist, die sie so begeistert anpreist. Und dabei lernt, dass Sauerteigbrot gar nicht mehr so viel Spass macht, wenn das die einzige Möglichkeit für den Brotverzehr darstellt. Die Rechte zur Verfilmung des Buches sollen auch schon gesichert sein. Ich habe es gelesen und empfehle es gerne weiter.
Zur Lektüre in der Badi, an der Aare oder in den Bergen empfiehlt Lea Schlenker wieder drei Bücher. (Foto: Lea Schlenker)