Unser Alltag ist geprägt von sozialem Zusammenleben, das wiederrum geprägt ist von Normen und Wertvorstellungen. Sie regeln, wie wir miteinander agieren, und schaffen ein gemeinsames Verständnis von Zusammengehörigkeit. Es muss nicht erwähnt werden, wie sehr das auch unser Leben als Individuum beeinflusst. Wie wäre wohl die Welt, wenn wir unsere Normen und Wertvorstellungen ein wenig verschieben würden? Dieser Frage geht Sayaka Murata in ihrer Kurzgeschichtensammlung «Die Zeremonie des Lebens» nach. Im Buch versammeln sich fiktive Geschichten von Menschen mit bizarr wirkenden Bräuchen.
Wie wäre die Welt, wenn wir unsere Normen und Wertvorstellungen ein wenig verschieben würden?
So wird zum Beispiel eine Gesellschaft beschrieben, bei der es üblich ist, die Verstorbenen nach ihrem Ableben in einer Suppe zu kochen und während der Trauerfeier zu verspeisen. In einer anderen Geschichte wiederrum werden sterbliche Überreste wie Haare, Haut oder Nägel zu Möbeln und Accessoires verwertet. Grosses Highlight: Der Schleier einer Braut aus der Haut des verstorbenen Schwiegervaters.
Derzeit läuft im Kino «Der Magier im Kreml», die Verfilmung eines Buches von Giuliano da Empoli. Ich möchte an dieser Stelle sein neuestes Werk «Die Stunde der Raubtiere – Macht und Gewalt der neuen Fürsten» empfehlen. Im Buch unternimmt der Autor eine Reise zu den autokratischen Entscheidungsträgern der heutigen Zeit.
Es geht um Machthaber, die von Gier und Machthunger geprägt sind und die nicht selten mit einem gewissen Mass an Brutalität zur Macht kommen. Dabei spielen auch technologische Entwicklungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Für politikinteressierte Menschen oder auch für diejenigen, die gerne einen guten Krimi lesen.
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Als letzten Tipp für diesen Monat möchte ich euch das Buch «Verrückte Tage» von Jael Bosman ans Herz legen. Das Buch ist erst kürzlich erschienen. Ich bin darauf gestossen, als ich in einem Wartezimmer in einem Gesundheitsmagazin geblättert habe. Das Buch eignet sich für alle, die noch zu wenig über den weiblichen Zyklus wissen, egal, ob sie ihn nun auch selber durchlaufen oder nicht.
Denn, wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, müssen wir zugeben, dass wir mehr oder weniger alle viel zu wenig über den weiblichen Zyklus wissen. Das Buch bietet einen Einblick in die verschiedenen Stationen im Zyklus. Zudem wird erklärt, weshalb die Monatsblutung vielerorts noch so stigmatisiert wird und weshalb es in der Medizin diesbezüglich Aufholbedarf gibt. Mir gefällt zudem, dass sich das Buch auch für Personen ohne medizinischen Background eignet.
Leas Bücherauswahl für den Mai. (Foto: Lea Schlenker)