Im März 2027 werden die ersten Ukrainer*innen mit Schutzstatus S seit fünf Jahren in der Schweiz leben. Damit steht eine wichtige Änderung bevor: Sie haben Anspruch auf eine befristete Aufenthaltsbewilligung B, die weiterhin an den Schutzstatus S gekoppelt ist. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, eine B-Bewilligung unabhängig vom Schutzstatus zu beantragen, sofern die Integrationsanforderungen und weitere Kriterien erfüllt sind.
In der Stadt Bern leben 2’305 Personen mit Schutzstatus S, im Kanton Bern insgesamt 9’443. Damit stellen sich Fragen zum zukünftigen Aufenthaltsstatus, zur Arbeit, zur sozialen Unterstützung und zur Möglichkeit, in der Schweiz zu bleiben, für Tausende Ukrainer*innen immer drängender. Samuel Wyss, Sprecher beim Staatssekretariat für Migration (SEM) hat sich unseren Fragen gestellt.
Journal B: Der Bundesrat hat den Schutzstatus S bis zum 4. März 2028 verlängert. Was bedeutet dieser Entscheid konkret für Ukrainer*innen in der Schweiz?
Samuel Wyss: In erster Linie bedeutet das Planungssicherheit für die nächsten rund 18 Monate. Bis März 2028 können Personen mit Schutzstatus S in der Schweiz bleiben, sofern sich die Situation in der Ukraine nicht wesentlich verändert. Sie dürfen hier arbeiten, zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen.
Bedeutet das, dass der Schutzstatus auch über März 2028 hinaus verlängert werden könnte?
Im Schweizer Asylgesetz ist diese Frage ziemlich klar geregelt. Der Schutzstatus S gilt so lange, wie in der Ukraine eine schwere allgemeine Gefährdung besteht. Der Bundesrat wird den Schutzstatus S erst dann aufheben, wenn sich die Situation in der Ukraine tatsächlich wesentlich verbessert hat und die Sicherheitslage eine Rückkehr der Menschen in die Ukraine erlaubt.
Nach welchen Kriterien beurteilt der Bundesrat, ob die Situation in der Ukraine eine Rückkehr zulässt oder nicht?
Entscheidend ist der Begriff, den ich gerade genannt habe: die schwere allgemeine Gefährdung. Solange diese besteht, ist eine Rückkehr unrealistisch. Wir werden keine Familien, Kinder und Frauen in ein Gebiet zurückschicken, in dem Krieg herrscht. Das ist selbstverständlich. Konkrete Anzeichen könnte beispielsweise ein Friedensabkommen sein, das seit mehreren Monaten besteht und tatsächlich eingehalten wird, also insofern als dass keine Kampfhandlungen mehr stattfinden.
Wenn sich zeigt, dass sich die Situation über längere Zeit stabilisiert hat, wird natürlich auch berücksichtigt, wo die betreffende Person vor dem Krieg gelebt hat. Wenn ihr Wohnort vollständig zerstört ist und keine Infrastruktur mehr vorhanden ist, können die Person nicht an einen Ort zurückschicken, an dem alles zerstört ist. All das muss zu gegebener Zeit mitberücksichtigt werden.
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Ich kann mir auch folgende Situation vorstellen: Beide Seiten erklären offiziell, dass der Krieg vorbei ist. Gleichzeitig wissen wir, dass eine Seite weiterhin bombardieren könnte. Ich sage das als Ukrainerin, denn wir haben schon mehrfach erlebt, dass die russische Regierung etwas anderes sagt, als tatsächlich geschieht.
Nein, selbstverständlich wird vor allem die Entwicklung der Situation in der Ukraine analysiert und berücksichtigt. Wenn beispielsweise der russische Präsident Putin sagt: «Frieden», gleichzeitig aber weiterhin jede Nacht ukrainische Städte und Dörfer bombardiert, dann ist das kein Friedensabkommen, das eingehalten wird. Man könnte also erst dann ernsthaft davon sprechen, wenn über mehrere Monate tatsächlich keine Kampfhandlungen mehr stattfinden. Wichtig ist auch: Die Schweiz wird diese Entscheidung nicht im Alleingang treffen. Selbstverständlich wird sie sich dazu auch mit allen europäischen Partnern austauschen.
Im März 2027 werden die ersten Ukrainer*innen, die in die Schweiz gekommen sind, bereits fünf Jahre hier leben. Erhalten alle, die fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz gelebt haben, eine Aufenthaltsbewilligung B?
Das ist so im Gesetz vorgesehen. Nach fünf Jahren sieht der Gesetzgeber, also das Schweizer Parlament, eine rechtliche Besserstellung von Personen vor, die seit fünf Jahren in der Schweiz leben. Dabei ist allerdings zu betonen, dass diese B-Bewilligung befristet ist und weiterhin an den Schutzstatus S gekoppelt bleibt.
Müssen die Schutzsuchenden selbst einen Antrag stellen, um diese B-Bewilligung zu erhalten?
Nein, das geschieht automatisch. Einfach gesagt: Sie können zu Hause bleiben und warten, bis dieser Brief eintrifft. Zusätzliche Dokumente müssen dafür nicht eingereicht werden. Ausserdem ist die automatische Erteilung dieser B-Bewilligung nach fünf Jahren in allen Kantonen gleich geregelt. Hier gibt es keine Unterschiede.
Wir werden keine Familien, Kinder und Frauen in ein Gebiet zurückschicken, in dem Krieg herrscht.
Was ändert sich konkret mit dieser B-Bewilligung?
In ihrem Alltag bleibt mehr oder weniger alles gleich wie bisher: Sie dürfen arbeiten oder eine Ausbildung machen, sie erhalten bei Bedarf finanzielle Unterstützung, sie können Sprachkurse besuchen und sie dürfen den Kanton wechseln, wenn Sie einen Job haben und nicht straffällig sind.
Was geschieht mit dieser B-Bewilligung, wenn der Schutzstatus später aufgehoben wird? Wird sie dann ebenfalls automatisch aufgehoben?
Ja, wenn der Schutzstatus S aufgehoben wird, endet auch diese B-Bewilligung. Das bedeutet natürlich nicht, dass die betreffende Person die Schweiz bereits am nächsten Tag verlassen muss. Es wird eine ausreichende Ausreisefrist gewährt, damit die Ukrainer*innen ihre Rückkehr organisieren können.
Müssen dann alle zurückkehren?
Der Schutzstatus S ist im Gesetz als ein auf die Rückkehr ausgerichteter Status definiert. Er ist grundsätzlich für die Dauer vorgesehen, in der eine schwere Gefährdung besteht. Ich möchte daran erinnern, dass der Schutzstatus S erstmals im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine aktiviert wurde. Dieses Instrument wurde nach den Balkankriegen entwickelt, um zu verhindern, dass das Schweizer Asylsystem überlastet wird, wenn Tausende Menschen gleichzeitig ein Asylgesuch stellen. Allerdings hat natürlich niemand gedacht, dass dieser schreckliche Krieg so lange dauern würde.
Viele Ukrainer*innen möchten natürlich wissen, ob sie unabhängig vom Schutzstatus in der Schweiz bleiben können. Welche Möglichkeiten gibt es dafür?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste bestand bereits von Anfang an. Sie steht nicht nur Menschen aus der Ukraineoffen, sondern grundsätzlich allen Staatsangehörigen von Drittstaaten, also von Ländern ausserhalb der EU und der EFTA. Dabei geht es um ausgewiesene Fachkräfte und Spezialistinnen und Spezialisten, die in hoch spezialisierten Bereichen tätig sind, in denen in der Schweiz nachweislich ein Fachkräftemangel besteht, wie in der IT. Anschliessend prüft die zuständige Arbeitsmarktbehörde, ob es sich tatsächlich um einen Beruf handelt, für den es keine Alternative unter den Schweizer Arbeitskräften gibt.
Seit Kriegsbeginn im März 2022 haben rund 100 Ukrainer*innen über diese Drittstaatenkontingente eine solchedauerhafte Aufenthaltsbewilligung erhalten. Das Gesuch muss der jeweilige Arbeitgeber stellen.
Die zweite Möglichkeit ist das sogenannte Härtefallgesuch. Solche Gesuche können nach fünf Jahren Aufenthalt in der Schweiz eingereicht werden, allerdings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Der Schutzstatus S ist im Gesetz als ein auf die Rückkehr ausgerichteter Status definiert.
Um welche Voraussetzungen geht es konkret?
Ein Härtefall kann vorliegen, wenn eine Person mindestens fünf Jahre ununterbrochen in der Schweiz gelebt hat und eine fortgeschrittene Integration nachweisen kann. Dazu gehören insbesondere ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, keine Abhängigkeit von der Sozialhilfe oder hohe Verschuldung, keine Vorstrafen sowie bestimmte Sprachkenntnisse, konkret mindestens das Niveau A1.
Müssen Ukrainer*innen zusätzlich besondere persönliche Gründe vorbringen?
Neben den vorhin genannten Punkten können beispielsweise auch die schulische Situation von Kindern oder eine Ausbildung mitberücksichtigt werden. Besonders wichtig ist, dass bei einem Härtefallgesuch die fortgeschrittene Integration beurteilt wird und jedes Gesuch individuell, unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls, geprüft wird.
Eine Mutter von drei Kindern, die sich in den vergangenen Jahren hauptsächlich um die Betreuung und Pflege ihrer Kinder gekümmert hat, konnte logischerweise nicht zu 100 Prozent arbeiten. Sie konnte möglicherweise auch nicht alle Sprachkurse besuchen, wie es einer anderen Person vielleicht möglich war. Wenn diese Frau aber überhaupt keine Anstrengungen unternommen hat, um die Sprache zu lernen oder wenigstens in einem Teilzeitpensum zu arbeiten, sondern, bildlich gesprochen, einfach zu Hause geblieben ist und sich nicht darum bemüht hat, am Leben in der Schweiz teilzunehmen, wird auch das berücksichtigt. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Kantone empfehlen alle Personen, die sich grundsätzlich für einen Härtefall qualifizieren, nach fünf Jahren nicht sofort ein solches Gesuch einzureichen. Lassen Sie sich also Zeit und stellen Sie zunächst sicher, dass Sie die Voraussetzungen erfüllen.
Kann man ein solches Gesuch nur einmal einreichen?
Nein, ein Härtefallgesuch kann auch ein zweites Mal eingereicht werden. Das lohnt sich allerdings nur, wenn sich die Sach- und Rechtslage seit dem ersten Entscheid wesentlich gerändert hat. Wenn Sie in der Zwischenzeit beispielsweise sehr gut Deutsch gelernt und eine Arbeitsstelle gefunden haben, kann es sich durchaus lohnen, bei einer späteren Gelegenheit erneut ein Gesuch einzureichen.
Es gibt die Auffassung, dass der Kanton Bern Härtefallgesuche streng beurteilt.
Andere Kantone gelten als liberaler. Wie stellt das Staatssekretariat für Migration sicher, dass Härtefallgesuche von Ukrainer*innen in der ganzen Schweiz nach denselben Kriterien behandelt werden?
Grundsätzlich sind die Kantone für die Beurteilung von Härtefallgesuchen zuständig. Gleichzeitig gibt es bestimmte Vorgaben, die erfüllt sein müssen. Dazu gehören sogenannte Regelvermutungen. Gemeint sind beispielsweise eine fortgeschrittene Integration, ein bestimmtes Sprachniveau, ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und keine Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Innerhalb dieses Rahmens haben die Kantone jedoch, wie Sie richtig sagen, einen gewissen Ermessensspielraum. Einige Kantone beurteilen das restriktiver, andere grosszügiger.
Kann das SEM darauf Einfluss nehmen?
Jede positive Entscheidung wird dem SEM zur Zustimmung unterbreitet. Dabei besteht natürlich die Möglichkeit, dass das SEM sagt: «Entschuldigung, aber diese Person spricht keine unserer Landessprachen, und auch die anderen Voraussetzungen sind nicht erfüllt.» In einem solchen Fall kann das SEM die Entscheidung ablehnen. Normalerweise prüfen die Kantone solche Gesuche jedoch sehr sorgfältig.
Was geschieht, wenn ein Gesuch abgelehnt wird?
Wenn ein Kanton ein Gesuch ablehnt, kann die betreffende Person gegen diesen Entscheid keine Beschwerde einlegen. Das ist so geregelt. Allerdings besteht in vielen Kantonen bereits eine anerkannte Gerichtspraxis für solche Fälle. Das bedeutet, dass gewisse Möglichkeiten bestehen, einen Entscheid anzufechten. Ein gesetzlich ausdrücklich vorgesehenes Rechtsmittelverfahren gibt es jedoch nicht. Anders ist es, wenn der Kanton ein Gesuch gutheisst und dem SEM zur Zustimmung unterbreitet, das SEM aber ablehnt. In diesem Fall kann die betroffene Person eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen. Diese Möglichkeit besteht.
Wie bereiten sich die Kantone auf die zusätzliche Belastung durch Härtefallgesuche und die Erteilung von Bewilligungen vor? Werden dafür voraussichtlich mehr Mitarbeitende benötigt?
Das ist tatsächlich eine Herausforderung sowohl für das SEM als auch für die Kantone. Unter Umständen werden die Kantone im nächsten Jahr Zehntausende Gesuche bearbeiten müssen. Dabei geht es um die Erteilung von B-Bewilligungen als auch um Härtefallgesuche. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, und selbstverständlich müssen sich die Kantone darauf vorbereiten. Je nach Bedarf müssen sie möglicherweise vorübergehend zusätzliches Personal einstellen. Allerdings kommt diese Änderung nicht auf dem Nichts. Das steht so im Gesetz und die Kantone wussten, dass nach fünf Jahren diese Möglichkeit offen steht.
Захисний статус S: що далі після п’яти років?
У березні 2027 року перші українці зі статусом S проживатимуть у Швейцарії вже п’ять років. Це означає, що наближається важлива зміна: вони матимуть право на строковий дозвіл на проживання B, який і надалі буде пов’язаний із захисним статусом S. Водночас існує можливість подати заяву на дозвіл B незалежно від захисного статусу, якщо виконано вимоги щодо інтеграції та інші критерії.
У місті Берн проживають 2305 осіб із захисним статусом S, а в кантоні Берн загалом — 9443. Тому для тисяч українців дедалі гострішими стають питання майбутнього статусу перебування, роботи, соціальної підтримки та можливості залишитися у Швейцарії. На наші запитання відповів Самуель Вісс, речник Державного секретаріату з питань міграції (SEM).
Journal B: Федеральна рада продовжила дію захисного статусу S до 4 березня 2028 року. Що конкретно це рішення означає для українців у Швейцарії?
Самуель Вісс: Передусім це означає можливість планувати своє життя на наступні приблизно 18 місяців. До березня 2028 року люди зі статусом S можуть залишатися у Швейцарії, якщо ситуація в Україні істотно не зміниться. Вони мають право тут працювати, навчатися у школі або здобувати професійну освіту.
Чи означає це, що захисний статус можуть продовжити і після березня 2028 року?
У швейцарському законодавстві про притулок це питання врегульоване досить чітко. Статус S діє доти, доки в Україні існує серйозна загальна небезпека. Федеральна рада скасує захисний статус S лише тоді, коли ситуація в Україні справді суттєво покращиться, а безпекові умови дозволятимуть людям повернутися в Україну.
За якими критеріями Федеральна рада визначає, чи дозволяє ситуація в Україні людям повернутися?
Вирішальним є поняття, яке я щойно згадав: серйозна загальна небезпека. Поки вона існує, повернення є нереалістичним. Ми не відправлятимемо сім’ї, дітей і жінок назад на територію, де триває війна. Це очевидно. Конкретною ознакою, наприклад, могла б стати мирна угода, яка діє вже кілька місяців і якої справді дотримуються, тобто бойові дії більше не відбуваються.
Якщо буде видно, що ситуація стабілізувалася протягом тривалого часу, звісно, враховуватимуть і те, де саме людина проживала до війни. Якщо місто або село повністю зруйноване й інфраструктури більше немає, ми не можемо відправити цю людину туди, де все знищено. Усі ці обставини необхідно буде врахувати у відповідний час.
Я можу уявити й таку ситуацію: обидві сторони офіційно заявляють, що війна закінчилася. Водночас ми знаємо, що одна зі сторін може й надалі здійснювати бомбардування. Я кажу це як українка, адже ми вже неодноразово бачили, що російський уряд говорить одне, а насправді відбувається зовсім інше.
Ні, звичайно, передусім аналізуватимуть і враховуватимуть розвиток ситуації в Україні. Якщо, наприклад, президент Росії Путін заявить: «Мир», але водночас щоночі продовжуватимуться бомбардування українських міст і сіл, це не буде мирною угодою, якої дотримуються. Тому серйозно говорити про мир можна буде лише тоді, коли протягом кількох місяців бойові дії справді не відбуватимуться. Важливо також розуміти: Швейцарія не ухвалюватиме це рішення самостійно. Звичайно, вона консультуватиметься з усіма європейськими партнерами.
У березні 2027 року перші українці, які приїхали до Швейцарії, проживатимуть тут уже п’ять років. Чи всі, хто безперервно прожив у Швейцарії п’ять років, отримають дозвіл на проживання B?
Саме це передбачено законом. Після п’яти років законодавець, тобто швейцарський парламент, передбачає покращення правового становища людей, які прожили у Швейцарії п’ять років. Однак слід наголосити, що цей дозвіл B є строковим і надалі залишається пов’язаним із захисним статусом S.
Чи повинні люди, які шукають захисту, самостійно подавати заяву, щоб отримати цей дозвіл B?
Ні, це відбувається автоматично. Простіше кажучи, можна залишатися вдома й чекати, поки надійде лист. Додаткові документи для цього подавати не потрібно. Крім того, автоматичне надання дозволу B після п’яти років регулюється однаково в усіх кантонах. Жодних відмінностей тут немає.
Що конкретно змінюється з отриманням цього дозволу B?
У повсякденному житті майже все залишається так само, як і раніше: люди можуть працювати або навчатися, за потреби отримувати фінансову підтримку, відвідувати мовні курси та змінювати кантон, якщо мають роботу й не вчиняли кримінальних правопорушень.
Що станеться з цим дозволом B, якщо згодом захисний статус буде скасовано? Чи скасують тоді й сам дозвіл автоматично?
Так, якщо захисний статус S буде скасовано, дія цього дозволу B також припиниться. Звісно, це не означає, що людина повинна залишити Швейцарію вже наступного дня. Їй нададуть достатній термін для виїзду, щоб можна було організувати своє повернення.
Чи означає це, що всі повинні будуть повернутися?
У законодавстві захисний статус S визначений як статус, орієнтований на повернення. Загалом він передбачений на період, протягом якого існує серйозна небезпека. Хочу нагадати, що захисний статус S уперше активували у зв’язку з війною в Україні. Цей механізм розробили після Балканських воєн, щоб запобігти перевантаженню
швейцарської системи надання притулку, коли тисячі людей одночасно подають заяви про надання притулку. Однак, звичайно, ніхто не очікував, що ця жахлива війна триватиме так довго.
Багато українців, звичайно, хочуть знати, чи можуть вони залишитися у Швейцарії незалежно від захисного статусу. Які для цього є можливості?
Є дві можливості. Перша існувала від самого початку. Вона доступна не лише громадянам України, а загалом усім громадянам третіх країн, тобто країн за межами ЄС та ЄАВТ. Ідеться про висококваліфікованих фахівців і спеціалістів, які працюють у вузькоспеціалізованих галузях, де у Швейцарії підтверджено нестачу кваліфікованих кадрів, наприклад в IT. Після цього компетентний орган ринку праці перевіряє, чи справді йдеться про професію, для якої немає альтернативи серед швейцарських працівників. Від початку повномасштабної війни в березні 2022 року приблизно 100 українців отримали такий дозвіл на постійне проживання через квоти для громадян третіх країн. Відповідну заяву повинен подавати роботодавець.
Друга можливість — так звана заява у зв’язку з особливим випадком (Härtefallgesuch). Такі заяви можна подавати після п’яти років перебування у Швейцарії, але лише за умови виконання певних вимог.
Про які саме вимоги йдеться?
Особливий випадок може бути визнаний, якщо людина безперервно прожила у Швейцарії щонайменше п’ять років і може підтвердити високий рівень інтеграції. До відповідних критеріїв належать, зокрема, безстроковий трудовий договір, відсутність залежності від соціальної допомоги або значної заборгованості, відсутність судимостей, а також певний рівень володіння мовою, конкретно щонайменше A1.
Чи повинні українці додатково наводити особливі особисті обставини?
Окрім згаданих критеріїв, можуть враховуватися, наприклад, шкільна ситуація дітей або здобуття освіти. Особливо важливо, що під час розгляду заяви в особливому випадку оцінюють високий рівень інтеграції, а кожну заяву розглядають індивідуально, з урахуванням конкретних обставин.
Мати трьох дітей, яка протягом останніх років переважно займалася доглядом за ними та їхнім вихованням, цілком логічно не могла працювати на 100 відсотків. Можливо, вона також не мала можливості відвідувати всі мовні курси, які могла відвідувати інша людина. Однак якщо ця жінка взагалі не докладала зусиль, щоб вивчити мову або хоча б працювати неповний робочий день, а, образно кажучи, просто залишалася вдома й не намагалася брати участь у житті Швейцарії, це також буде враховано.
У цьому контексті важливо знати: кантони рекомендують усім, хто загалом відповідає критеріям особливого випадку, не подавати таку заяву відразу після п’яти років перебування. Тож не поспішайте й спочатку переконайтеся, що ви виконуєте всі вимоги.
Чи можна подати таку заяву лише один раз?
Ні, заяву в особливому випадку можна подати й удруге. Однак це має сенс лише тоді, коли фактичні обставини та правова ситуація істотно змінилися після першого рішення. Якщо за цей час ви, наприклад, дуже добре вивчили німецьку мову й знайшли роботу, повторне подання заяви пізніше цілком може бути доцільним.
Існує думка, що кантон Берн суворо розглядає заяви в особливих випадках. Інші кантони вважаються більш ліберальними. Як Державний секретаріат з питань міграції забезпечує, щоб заяви українців у всій Швейцарії розглядалися за однаковими критеріями?
Загалом за розгляд заяв в особливих випадках відповідають кантони. Водночас існують певні вимоги, яких необхідно дотримуватися. До них належать так звані презумпції відповідності критеріям. Наприклад, ідеться про високий рівень інтеграції, певний рівень володіння мовою, безстроковий трудовий договір і відсутність залежності від соціальної допомоги. Однак у цих межах кантони, як ви правильно зазначили, мають певну свободу рішення. Одні кантони застосовують суворіший підхід, інші — більш поблажливий.
Чи може SEM впливати на ці рішення?
Кожне позитивне рішення передають до SEM на погодження. Звісно, у такому разі SEM може сказати: «Вибачте, але ця людина не володіє жодною з наших національних мов, а інші вимоги також не виконані». У такому випадку SEM може відхилити рішення. Проте зазвичай кантони дуже ретельно розглядають такі заяви.
Що відбувається, якщо заяву відхилено?
Якщо кантон відхиляє заяву, людина не може оскаржити це рішення. Так встановлено правилами. Водночас у багатьох кантонах уже існує усталена судова практика щодо таких випадків. Це означає, що певні можливості оскаржити рішення все ж є. Однак прямо передбаченої законом процедури оскарження не існує.
Інакше ситуація виглядає тоді, коли кантон схвалює заяву й передає її до SEM на погодження, але SEM відмовляє. У такому випадку людина може подати скаргу до Федерального адміністративного суду. Така можливість існує.
Як кантони готуються до додаткового навантаження, пов’язаного із заявами в особливих випадках та видачею дозволів? Чи знадобиться для цього більше працівників?
Це справді виклик як для SEM, так і для кантонів. За певних обставин наступного року кантонам доведеться опрацювати десятки тисяч заяв. Ідеться як про видачу дозволів B, так і про заяви в особливих випадках.
Необхідно буде ухвалювати рішення, і, звичайно, кантони повинні до цього підготуватися. Залежно від потреб їм, можливо, доведеться тимчасово наймати додаткових працівників. Однак ці зміни не виникли нізвідки. Вони передбачені законом, і кантони знали, що після п’яти років така можливість з’явиться.
Die Einführung des Schutzstatus S jährt sich im März zum fünften Mal. Journal B fragt beim SEM nach, was sich für die Betroffenen ändert. (Illustration: David Fürst)
