Ein Sommer

von David Fürst 31. August 2026

Sommerserie: Bern macht Ferien Zum Abschluss unserer Sommerserie macht sich unser Autor Gedanken, was der Hitzesommer 2026 für die Zukunft bedeutet.

Ferienende. Der Zug fährt von Locarno über Arth-Goldau und Luzern nach Bern. Vor dem Fenster ziehen Täler vorbei, dahinter Berge, dazwischen glitzert der Vierwaldstättersee. Ende August liegt bereits viel Laub am Boden. Manche Flüsse führen kaum noch Wasser. Temperaturrekorde wurden gebrochen.

Foto: David Fürst

Nun geht es zurück in den Alltag. Vor die Klasse, auf die Baustelle, aufs Feld, an den Bürotisch oder in den Insel-Notfall. Viele dürften erleichtert sein, dass das Thermometer wieder unter 30 Grad anzeigt. Es war zu heiss, da sind sich alle einig.

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Und trotzdem.
Der Sprung in die Maggia war schön. Die Glace schmeckte trotzdem. Die Brunnen spendeten zuverlässig Wasser. Im Dorfladen gab es genug Gazosa, Mozzarella und Tomaten.

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Während ich durch mein Handy scrolle, erscheint ein Meme: «Das ist der kühlste Sommer für den Rest deines Lebens.» Der Zug fährt gerade an Sursee vorbei.

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Was kommt nächstes Jahr? Und das Jahr darauf?
Irgendwann kippt die Stimmung. Wenn der Sprung vom Schönausteg in die Aare nicht mehr möglich ist, weil der Wasserstand zu tief ist. Wenn Mineralwasser deutlich teurer wird. Wenn das Gurtenfestival evakuiert werden muss, weil ein Waldbrand die Mainstage ankokelt.
Dann beginnt vielleicht das Horten statt der Solidarität. Klimaanlagen werden zum Statussymbol, Wasser zur Ware mit Wucherpreisen.

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Oder
es entstehen lokale Kühlräume in jedem Quartier. Orte mit Zugang für ältere Menschen, für Familien mit kleinen Kindern oder für jene, die unter dem Dach wohnen. Neue Begrünungsinitiativen in der betonlastigen Länggasse.
Schulen, die auch während Hitzewellen Orte zum Lernen bleiben. Eine Lebensmittelproduktion, die sich rechtzeitig neu organisiert. Wasser, das verteilt wird, sobald es nicht mehr selbstverständlich vorhanden ist.

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Es sind unangenehme Fragen. Deshalb verdränge ich sie meistens. Auch auf dieser Zugfahrt zurück in den Alltag.
Jemand wird sagen, die Hitze sei für Schüler eine Komfortfrage. Ein anderer, der im Bundeshaus arbeitet: eine derart heftige Hitze hätte er nicht erwartet.

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Bestimmt wird es einen milden Herbst geben, über den man sich freut, weil man länger als gewohnt die rot-weissen Routen bewandern kann, weil der Schnee auf sich warten lässt, bis Mitte Dezember die Verantwortlichen der Skigebiete vor ihren Liften stehen und nicht wissen, wie es weitergeht

Bild: Reddit