Sounz

Und der Herbst

von Balts Nill 28. September 2016

September 2016.

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme.

August 2016

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme.

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme. Juni 2016.

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme, beides möglichst am selben Tag. Diese Aufnahmen entstanden am 14. April 2016.

Weich sitzen

von Balts Nill 14. März 2016

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme, beides jeweils am selben Tag. Diesmal: am 8. März 2016.

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme, beides jeweils am selben Tag.

Diesmal: 31. Januar 2016

Am Hag

von Balts Nill 18. Januar 2016

Balts Nill spielt mit Tönen, Bildern und Worten. Für Journal B macht er einmal pro Monat ein Bild und eine Tonaufnahme, beides jeweils am selben Tag.

Erdbeben & Erbschaften

von Balts Nill 21. Dezember 2015

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

Im Bauch der Erde rumort es gewaltig. Steinerne Eingeweide schieben sich mahlend voreinander, erbeben so lange, bis die Spannung entweicht. Das Zentrum der irdischen Qualen liegt hundert Kilometer weit entfernt und zwanzig Kilometer  tief unter der Haut. Als sich die aufgestaute Energie  des angespannten Gesteins schliesslich entlädt, breitet sich ein Teil der wilden Kraft als Wellen aus, die die Erde erschüttern.

Aus: David G. Haskell, Das verborgene Leben des Waldes, Verlag Antje Kunstmann, S. 123

Sobald die Kapitalrendite (r) deutlich und dauerhaft grösser ist  als die Wachstumsrate (g) , überwiegt fast unvermeidlich die Erbschaft, also das aus der Vergangenheit stammende Vermögen, die Ersparnis, also das aus der Gegenwart stammende Vermögen. Unter einem strikt logischen Gesichtspunkt  könnte es sich auch anders verhalten, aber die Kräfte, die eine Entwicklung in diese Richtung vorantreiben, sind ausserordentlich stark. r > g – das heisst in gewisser Weise, dass die Vergangenheit sich anschickt, die Zukunft zu fressen. Die aus der Vergangenheit stammenden Reichtümer vermehren sich ohne Arbeit schneller als die Reichtümer, die durch Arbeit geschaffen und angespart werden können.

Aus: Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, Verlag C.H. Beck, S. 502

Marsmond & Eisschwäne

von Balts Nill 25. November 2015

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).


Durch seine Spiralbahn wird Phobos unweigerlich zerstört werden: Entweder stürzt er  irgendwann auf den Mars oder die Gezeitenkräfte des Planeten zerreissen ihn in der Umlaufbahn. Welches Schicksal den kleinen Mond erwartet, hängt von seiner Zusammensetzung ab.

Der Bund, 24. November 2015

Es waren heisere, schnarrende, metalllose Töne, ein unsinniges Kreischen, ein ängstliches Plätschern und verzweifelndes Schlürfen, ein Keichen und Schollern, ein Stöhnen und Ächzen, ein unbeschreibbar eiskalter Schmerzlaut. Das Bassin der Alster war zugefroren, nur nahe am Ufer war ein grosses Viereck in der Eisdecke ausgehauen, und die entsetzlichen Töne, die ich eben vernommen, kamen aus den Kehlen der armen weissen Geschöpfe, die darin herumschwammen und in entsetzlicher Todesangst schrieen, und ach! Es waren dieselben Schwäne, die einst so weich und heiter meine Seele bewegten. Ach! Die schönen weissen Schwäne, man hatte ihnen die Flügel gebrochen, damit sie im Herbst nicht auswandern konnten, nach dem Süden, und jetzt hielt der Norden sie festgebannt in seinen dunklen Eisgruben.

Heinrich Heine: Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski, Kapitel 3

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

„Wie waren die ursprünglichen Besiedler auf die Inseln gekommen? Im Fall der Galapagosinseln trennten achthundert Kilometer offenes Meer den Archipel von der Küste Südamerikas.  Dieses Problem beschäftigte Darwin so nachhaltig, dass er über ein Jahr versuchte, die Bedingungen einer Ozeanüberquerung im Garten seines Hauses in Kent nachzubilden. Er sammelte Samen und versenkte sie in Behälter mit Salzwasser. Jeweils nach einigen Tagen holte er einige Samen heraus und säte sie aus (…) Gerstensamen keimten nach sechs Wochen im Salzwasser immer noch aus (…) Eine Meeresströmung mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,6 Stundenkilometern könnte einen Samen in sechs Wochen über eintausendsechshundert Kilometer weit tragen.“

Aus: Elizabeth Kolbert: Das Sterben. Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt. Suhrkamp Verlag 2015, S. 200.

 

Leicht

 

Gab nichts das mich

Aufhalten konnte kein Festland

Hat mich lange beschäftigt. Immer

Sprang ich auf das letzte

Fahrende Schiff im September

 

Sarah Kirsch

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die achte heisst „Hymne an das Recht auf freie Wahlen“.

Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken. – Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande. – Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muss durch regelmässige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

(Artikel 21 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Geist & Rüssel

von Balts Nill 6. Oktober 2015

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

Die heutige Situation wäre auch so zu beschreiben: Uns fehlt mittlerweile jede Vorstellung davon, dass es geistige Inhalte geben könnte, die Wert und Interesse in und für sich selber haben und deshalb der entscheidende Stoff, die entscheidende Nahrung für die Entwicklung eines jungen Menschen sein müssen. Wissen heute ist ergebnisorientiert und anlassbezogen, es soll sich entweder an den Bedürfnissen der jungen Menschen, an den Wünschen der Arbeitgeber oder an den Herausforderungen der Zukunft, die niemand kennt, orientieren (…) Man könnte es drastischer formulieren: Wir sind zu feige geworden, um uns noch zu geistigen Inhalten zu bekennen, die einen Wert an sich darstellen und deren Kenntnis und Verständnis jenseits aller aktuellen Bedürfnisse eine Befriedigung zu geben vermag.

Aus: Konrad Paul Liessmann, Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung, S. 56 f.

Innerhalb von 40 Jahren hat sich der Rüssel zweier Hummelarten in den Rocky Mountains  „signifikant“ verkürzt – meldet das Journal Science. Früher waren diese Hummeln durch ihre langen Rüssel  darauf eingestellt, Nektar aus tiefen Blüten herauszusaugen, heute sind sie dazu kaum mehr in der Lage. Die Autoren der Studie erklären die kürzeren Rüssel mit dem Klimawandel: Durch längere Sommer wurden die tiefen, von den Hummeln präferierten Blüten knapp. Infolgedessen wichen die Insekten auf flache Blüten aus.

Aus: Die Zeit, 1. Oktober 2015

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die siebte heisst „Hymne an das Recht auf Anerkennung“.

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

(Artikel 6 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Fusionen & Flügel

von Balts Nill 7. September 2015

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

Kurz vor der Fusion von Net-a-Porter und Yoox zum führenden Online-Luxusmodehaus verliert Yoox Net-a-Porter eine wichtige Führungskraft. Net-a-Porter Gründerin Natalie Massenet verlässt die Firma überraschend. Sie erhielt durch die Fusion umgerechnet rund 148 Millionen Franken.

Der Bund, 4. September 2015

Zwei ehrliche Hühnerhunde, die, in der Schule des Hungers zu Schlauköpfen gemacht, alles griffen, was sich auf der Erde blicken liess, stiessen auf einen Vogel. Dieser Vogel, verlegen, weil  er sich nicht in seinem Element befand, wich hüpfend bald hier, bald dorthin aus, und seine Gegner triumphierten schon; doch bald darauf, zu hitzig gedrängt, regte er die Flügel und schwang sich in die Luft: da standen sie, wie Austern, die Helden der Triften, und klemmten den Schwanz ein, und gaffen ihm nach.

Heinrich von Kleist, Kleine Schriften

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

„In dem Hause, wo ich wohnte, hatte ich den Klang und die Stimmung jeder Stufe einer alten, hölzernen Treppe gelernt, und zugleich den Takt, in welchem sie jeder meiner Freunde, der zu mir wollte, schlug, und ich muss gestehen, ich bebte allemal, wenn sie von einem Paar Füssen in einem mir unbekannten Ton heraufgespielt wurden.“

G. J. Lichtenberg, Aphorismen, Reclam, S. 33

„Der Keller ist, in Zeiten wachsender Transparenz, gläserner Wände und Decken, bodentiefer Fenster und sogenannter Smart Homes, die über die Gewohnheiten der Hausbewohner Daten erheben, der letzte Ort des Heimlichen. Er ist gewissermassen das Dark -Net des Hauses.„

Ulrich Stock und David Hugendick in „Zeit- Magazin“ vom 30. Juli 2015, S.29

Balts Nill spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. folgende:

Steigende Temperaturen stellen viele Tiere vor grosse Herausforderungen. Australische Leguane stellen sich darauf auf radikale Weise ein: Je nach Temperatur verändert sich  das Geschlecht des Nachwuchses. Das haben australische Forscher erstmals in freier Wildbahn beobachtet. Steigt die Aussentemperatur auf mindestens 32 Grad Celsius, wandeln sich in den Eiern männliche zu weiblichen Leguanen. Diese hitzegesteuerten Weibchen sind sogar fruchtbarer als normale Geschlechtsgenossinnen; so schalten die Reptilien auf eine effizientere Fortpflanzung um.

Aus: „Die Zeit“ vom 2. Juli 2015, zitiert nach „Nature“.

Wir waren jetzt zwei Mann weniger… Es war extrem heiss, und das Spiel wogte hin und her… Und dann gleichen die St. Galler in der 89. Minute aus… Nuzzolo grätschte noch einen um und musste raus… Im Dribbling gegen Gonçalves hatte ich viel, viel Glück, dass er auf den Hintern fiel und der Ball gleichzeitig in meinen Füssen blieb. Nun war ich plötzlich allein vor Lopar und traf. Ein Sieg zu acht gegen elf, und das mitten im Abstiegskampf – einfach nur verrückt.

Geoffrey Tréand über das Abstiegsspiel Xamax- FC St. Gallen vom 1. Mai 2011, zitiert aus „zwölf“ Juli/August 2015.

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die sechste heisst „Hymne an das Recht auf Privatheit“.

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

(Artikel 12 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Für Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

Ölkatastrophen schädigen das Herz bei frisch geschlüpften Fischlarven, schreibt  ein US- Forscherteam in der Fachzeitschrift „PNAS“. Es hatte die Auswirkungen der 2010 explodierten Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko auf die Entwicklung von Fischembryonen untersucht. Gefährlich seien vor allem die im Öl enthaltenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, Substanzen, wie sie etwa auch in Abgasen enthalten sind oder beim Rauchen entstehen. Die Forscher untersuchten die Entwicklung  von Embryonen zweier Thunfischarten und einer Makrelenart. Alle wiesen nahezu identische Defekte auf: Mängel bei der Herzentwicklung, verlangsamter Herzschlag und Herzrhythmusstörungen, Herzfehler und Ödeme. (sda/dpa)

„Der Bund“, 25. März 2014

Wenn ich bedenke, dass mich dieser Pulssschlag wahrscheinlich schon Monate, bevor ich ans Tageslicht gezerrt wurde, in Bewegung gesetzt hat und seither dauernd tickend seit weit über 50 Jahren die Funktion dieses Minipumpwerkes, das mein Herz ist, nach aussen übermittelt und dessen Stillstand ich in jedem Augenblick zu erwarten habe, dann ist mir, als verschlage es meinem Körper genau jenen Atem, den er ihm jede geschlagene Stunde liefert, und zwar mit einer Regelmässigkeit, die einer grösseren Sache würdig wäre, als ich es bin.

Wolfgang Hildesheimer, Nachlese, Suhrkampp -Verlag 1987, S. 25

Adi Blum schreibt im Verlaufe dieses Jahres zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die fünfte Folge in dieser Reihe heisst «Hymne auf die soziale Sicherheit».

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Massnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind. (Artikel 22 der «Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte», 1948, UNO Generalversammlung)

Raum & Raum

von Balts Nill 11. Mai 2015

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Fürs Klangjournal von Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

 „Die Raumgrösse, die Raumhöhe und der Level über dem Boden bilden die Kriterien des Architektur- und Raumerlebnisses. Sie lösen im Menschen ein gutes Gefühl aus. In der Fläche, dem Volumen und dem gewachsenen Raum über dem Terrain: Je höher ein Objekt und je mehr Raumvolumen, desto freier fühlen sich die Gäste in luftiger Höhe.

(…)

Für eine exponierte Persönlichkeit, die mit ihrer Familie reist, ist Sicherheit ein zentrales Anliegen: Vals liegt in einem Hochtal mit nur einer Zufahrtstasse – ein Attentäter hat null Chancen zu entkommen, null! Dazu kommen die Kühe im Sommer und die Quellen, die heiligen Wasser: eine Kombination von Thermal- und Mineralwasser. Mit dem Helikopter ist man sehr schnell an verschiedenen Orten: den Seen im Tessin, dem Wallis, der Innerschweiz.“

Remo Stoffel, Investor und Besitzer der Valser- Therme. Interview im „Bund“, vom 27. April 2015.

„Jetzt überall die Zimmerarbeit. Die Sparren sind verlegt, es sieht herrlich aus: das Gitterwerk von rohem Holz, darüber der blaue Himmel, tagelang die hallenden Schläge, wenn sie die Schalungen nageln, Hobelspäne, Sägemehl, Lastwagen mit neuem Gebälk; es ist unwahrscheinlich, dass ich wieder einmal soviel Zimmerarbeit habe, und ich geniesse es richtig, gehe länger umher als nötig; es ist mir am ganzen Bauen eigentlich das liebste. Rohbau, bevor die Dächer gedeckt sind. Backstein und Holz, lauter Räume voll Himmel, den man durch alle Stockwerke sieht, der Kubus ist zum erstenmal da, aber durchsichtig, und der Raum, wo ich jetzt stehe, hat zum letztenmal die Sonne, zum letztenmal mindestens für Jahrzehnte. Über meinem Kopf arbeiten sie bereits an der Schalung, stossen Brett an Brett…“

Max Frisch, Tagebuch 1946-1949, S.285

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die vierte heisst „Hymne an das Recht auf Asyl“.

Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu geniessen. (Artikel 14 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Fürs Klangjournal von Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

Nach einer kritischen Situation ist die Raumsonde Rosetta auf mehr Distanz zum Kometen Tschuri gegangen. Durch den Kometenstaub hatte das Navigationssystem der Sonde Schwierigkeiten mit der Orientierung, wie die europäische  Raumfahrtagentur ESA mitteilte. Rosetta hatte sich dem Kometen bis auf 14 Kilometer genähert, als die Probleme auftauchten. (sda)

Der Bund, 4. April 2015

Breavman stellte sich den Wagen, in dem sie sassen, von oben gesehen vor. Ein kleines schwarzes Kügelchen, das über das Angesicht der Erde raste. Frei wie ein Meteor und genau so dem Untergang geweiht.

Sie flohen an Feldern von blauem Schnee vorbei. Auf den vereisten Oberflächen hielten sich Streifen von Mondlicht wie auf gewelltem Wasser. Der Motor lief auf Hochtouren. Sie mussten am Morgen nirgendwo sein. Nur in den Vorlesungen, und das zählte nicht. Alles über dem Schnee war schwarz – Bäume, Hütten, ganze Dörfer.

Leonard Cohen, Das Lieblingsspiel, , S. 124 (Ausgabe Zweitausendeins 1980)

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die dritte heisst „Hymne auf Leben, Freiheit und Sicherheit“.

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. (Artikel 3 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Fürs Klangjournal von Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

Vor zwei Jahren, als im Kanton Bern ein Sparpaket der Superlative geschnürt wurde, war die Höhe des strukturellen Defizits mit gut 400 Millionen beziffert worden. Damals zeigten alle Finanzplantrends ins Minus, trotz eines normalen Konjunkturverlaufs. Das Sparpaket hat Wirkung entfaltet.

Aus: Der Bund, 12. März 2015

Plus und Minus.

Zahlen und Buchstaben.

Nadeln.

„Bitte umdrehen“ sagte eine Ameise, die sich am Trommelfell im Ohr befinden musste. „Das linke Ohr ist noch voll und wir können hier nicht durch“. O drehte sich um und schlief wieder ein.

Aus: Peter Weber, Die melodielosen Jahre, S. 92

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die zweite ist die „Hymne an die Arbeit“.

Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmassnahmen. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten. (Artikel 23 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Boomer und Roboter

von Balts Nill 16. Februar 2015

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Fürs Klangjournal von Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

Der deutsche Autobauer Volkswagen will seine Produktion umfassend automatisieren und digitalisieren. Zu diesem Zweck hat der Konzern eine Roboteroffensive gestartet, wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtet.

VW plant nach Informationen der Zeitung im grossen Umfang in der Produktion Menschen durch Roboter zu ersetzen. Vor allem körperlich anstrengende Arbeiten sollen künftig von intelligenten Maschinen erledigt werden, sagte Personalvorstand Horst Neumann.

Während die Arbeitskosten pro Stunde in der deutschen Automobilindustrie bei mehr als 40 Euro lägen, kommt der Einsatz von Fertigungsautomaten im VW-Konzern auf drei bis sechs Euro zu stehen. Um seinen Arbeitsplatz bei VW müsse trotzdem niemand fürchten. „Der Glücksfall, dass die Babyboomer in Rente gehen, erlaubt es uns, ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze abzubauen und zu automatisieren, ohne Mitarbeiter zu entlassen“, sagte Neumann. (sda)

Aus: Walliser Bote, 2. Februar 2015.

Warum gibt Roomba manchmal klopfende Geräusche von sich?

Wenn die Bürsten mit Objekten wie Teppichfransen oder Kabeln in Berührung kommen, wechseln sie kurzzeitig die Richtung der Drehbewegung, um sich zu befreien. Dabei entsteht ein klopfendes Geräusch. Wenn Sie in anderen Situationen klopfende Geräusche wahrnehmen, sollten Sie die Hauptbürsten reinigen.

Warum wird Roomba nicht langsamer, wenn er sich bestimmten Hindernissen nähert?

Normalerweise erkennt Roomba Hindernisse schnell und kann so seine Geschwindigkeit verringern und das Hindernis vorsichtig mit seinem Stoßfänger berühren, bevor er die Richtung ändert. Bei besonders dunklen Oberflächen oder Objekten, die kleiner als fünf Zentimeter sind, ist die Sensorleistung jedoch manchmal eingeschränkt. Räumen Sie deshalb alle herumliegenden Dinge aus dem Weg.

Aus der Gebrauchsanweisung des Haushaltroboters iRobot Roomba

Adi Blum schreibt zwölf Hymnen zu zwölf Menschenrechten. Die erste ist die „Hymne auf die Versammlungsfreiheit“.

Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschliessen. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören. (Artikel 20 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, 1948, UNO Generalversammlung)

Raum & Agglo

von Balts Nill 19. Januar 2015

Balts Nill, Mitbegründer von Stiller Has, spielt mit Instrumenten und Worten. Fürs Klangjournal von Journal B stellt er kleine Karaoke-Vorlagen her, zu denen man am besten kurze Extrakte aus Zeitungen, Büchern etc. liest (oder singt oder pfeift).

z.B. die folgenden:

„Die Sternbilder haben sich (…)   seit den Aufzeichnungen der babylonischen Astronomen um etwa 1000 vor Christus kaum verändert. Erst in rund fünfzigtausend Jahren werden sich diese Sterne so weit bewegt haben, dass die vertrauten Sternbilder nicht mehr existieren.

(…) Noch länger dauert es, bis geologische Veränderungen auf der Erde deutlich werden. Die Kontinente bewegen sich langsam, treiben auf dem geschmolzenen Gestein, das unter ihnen herumwirbelt. Doch in fünfzig Millionen Jahren wird Afrika auf der Landkarte weiter nach oben gewandert sein und sich vollständig mit Europa verbunden haben, und das Mittelmeer wird nicht mehr existieren. Australien wird mit Asien zusammenstossen und Kalifornien neben Alaska liegen.“

Aus: Ben Moore, Elefanten im All, Kein&Aber Pocket, S. 244 f.

Die Region Burgdorf bildet keine eigenständige Agglomeration mehr. Der Bund entzieht ihr den Status, wie das Bundesamt für Statistik mitteilt. Grund ist eine neue Definition. Auch Schwyz, Stans, St. Moritz und Wetzikon-Pfäffikon werden zurückgestuft. Burgdorf gehört künftig zum Raum mit städtischem Charakter. Laut Definition sind die Stadt Burgdorf wie auch das nahe Kirchberg neu eine Kerngemeinde ausserhalb der Agglomerationen, so wie das Langenthal, Lyss oder Spiez weiterhin bleiben. Den Agglomerationsstatus behalten Bern, Biel, Thun und Interlaken. (pd)

Aus: „Der Bund“,  20. Dezember 2014

Pas de Noir

von Christian Brantschen 23. Dezember 2014

Anderthalb Jahre lang hat Christian Brantschen einmal im Monat für Journal B improvisiert. Sein vorläufig letztes Stück entstand in Zusammenarbeit mit Antoine Jaccoud: “Antoine, merci pour cette semaine merveilleuse a Romainmòtier.”

Mit meinem letzten Beitrag für das Klangjournal bedanke ich mich bei allen HörerInnen und ganz besonders bei denjenigen, die mir ein Feedback zukommen liessen.

Sowie bei Guy K, der diesen Blog betreut. Und bei Daniel L, der mich zu diesem Stück angeregt hat.

Ein lachender Gruss an meine japanischen FreundInnen, die mir MA näher brachten – in Zeiten des Übervollen eine Wohltat.