Journal B Fotosafari

Also hier kann man sich wirklich verirren. Zwar ist das Quartier nur klein, aber die Strassen und Häuser gleichen sich aufs Haar. Wer kann unserem Fotograf helfen? An welcher Strasse steht er?

Art und Anordnung der Häuser lassen darauf schliessen, dass hier nicht die billigste Wohnlage in Bern ist: ländliche Ruhe und städtisches Angebot in einem. Der Blick auf Gärten, die aussehen wie gemalt.

Etwas für Alle

von Beat Kohler 23. April 2013

Entweder waren die Hinweise zu offensichtlich oder die Strasse ist einfach sehr vielen Leuten bekannt. Gleich vier Leserinnen und Leser haben richtigerweise auf die Allmendstrasse getippt.

Hier gab es offenbar in früheren Jahrhunderten eine Allmend. Mit dem Sportplatz Allmend und dem Eisstadion Allmend, welches 2002 zur BernArena wurde und 2007 den Namen des Hauptsponsors erhalten hat, hat die Allmendstrasse aber nichts direkt zu tun. Dennoch dürfte es jedem SCB-Fan wohler sein, von der Allmend – also ein Raum zur kollektiven Nutzung – als von einer Arena er jüngsten Schweizer Bank zu sprechen.

Als nostalgischer SCB-Fan müsste der Fotograf eigentlich wissen, wie diese Strass heisst. Weiss er aber nicht. Wer kann helfen? Wo steht unser Fotograf heute.

Zu früheren Zeiten ist dieser Strassenname sicher jedem Fan ein Begriff gewesen, auch wenn die Strasse selber mit Eishockey herzlich wenig zu tun hat.

Viele haben darüber nachgedacht, aber nur einer hat es gewusst. Gesucht war die Marzilistrasse, wie Dominic Bütschi richtig geschrieben hat.

Hier pilgern sie Sonnenanbeter jeweils durch, wenn sie sich zum wahrscheinlich grössten «Fleischmärit» Berns begeben – dem Marzilibad. Was heute das Ziel für Erholungsuchende ist, war früher das Ziel der Flösser. So wandelte man im 18. Jahrhundert den Namen Marzili kurzerhand in Aarziele ab, denn schliesslich war dies hier das Ziel der Bootsreisenden. Woher der Name Marzili kommt, ist ungewiss. Die Spekulationen reichen vom heiligen Marcellus bis zur Stadt Marseille als Taufpaten des Quartiers. Für alle, die das Sonnenbad geniessen wollen, dürfte das Marzili aber schon das kleine Südfrankreich Berns sein.

Heute fühlt sich unser Fotograf etwas verloren und einsam auf dieser Strasse, die er nicht kennt. Doch spätestens am Sonntag dürfte Schluss sein mit der Traurigkeit. Heiterkeit kündigt sich an.

Dann werden die Jünger des Belenus entlang dieses Wegs zu einer ihrer wichtigsten Kultstätten in Bern pilgern und ihren Gott ausführlich huldigen. Sie mussten ja auch lange genug auf ihn warten. Wo steht unser Fotograf? Welches ist die gesuchte Strasse. 

Harald Jenk hatte recht, gesucht war der Langmauerweg. Hier stand tatsächlich bis 1821 eine lange Mauer. Heute führt der Weg vom Weisenhausplatz her entlang der Polizeiwache der Kantonspolizei Bern.

Die Polizeikaserne ist ein Sandstein-Gebäude, das zwischen 1782 und 1786 erbaut wurde. Bis 1938 diente es als Knabenwaisenhaus. Danach war es bis zur Zusammenführung mit der Kantonspolizei im 2008 das Hauptquartier der Berner Stadtpolizei.

Von der Polizeikaserne führt der Weg hinunter an die Aare, wo beispielsweise die Pontoniere des Aare Clubs Matte Bern ihrem Hobby nachgehen.

Der Blick in den Spiegel zeigt, unser Fotograf ist allein auf weiter Flur. Dennoch fühlt er sich hier selbstverständlich absolut sicher. Wer weiss, an welcher Strasse er dieses Bild gemacht hat?

Ausser zum fotografieren möchte sich der Fotograf aber lieber nicht hierher verirren – trotz aller Sicherheit. Aufgelöst wird das Rätsel am kommenden Dienstag. Wo steht er, was denken Sie?

Ruth Kohler kam auf die Spur und Simon Schweizer fand die richtige Lösung. Gesucht war dieses Mal die Mingerstrasse oder besser gesagt ein Seitenweg der Mingerstrasse.

Dieser führt zwischen den Stallungen und den Reitplätzen des Nationalen Pferdezentrums, der ehemaligen Eidgenössische Militärpferdeanstalt (EMPFA), hindurch. Er verbindet die kantonale Baudirektion mit dem Eistadion Wankdorf. Trotz der idyllischen Lage macht man sich hier auch kriegerische Gedanken. Denn die Strasse führt hinter dem «Pentagon», dem Sitz des Führungsstabs der Armee, vorbei. Der Name der Strass ist daher naheliegend. Schliesslich war Rudolf Minger von 1929 bis 1940 im Bundesrat für das Militärdepartement zuständig. Er war der erste Landwirt in der Landesregierung.

Auf der Suche nach der idealen Strecke für einen Frühlingsspaziergang, kommt unser Fotograf an dieser idyllischen Allee vorbei? Hier lässt es sich auch bei immer noch kalten Temperaturen etwas entspannen.

Hätte unser Fotograf gewusst, nach wem diese Strasse benannt ist, hätte er das Spazieren aufgegeben und einen richtig strammen Schritt angeschlagen, so wie es dem Namensgeber gefallen hätte. Wo steht den unser Fotograf dieses Mal?

Robery war schnell, sehr schnell. Und er lag richtig. Gesucht war die Polygonstrasse, wie er, nur 20 Minuten nachdem das Fotorätsel aufgeschaltet war, richtig schrieb.

Diesen Namen hat die Strasse vom früheren Schänzli auf dem Wylerfeld-Waffenplatz, wie Berchtold Weber in seinem Standardwerk zu den Berner Strassennamen schreibt. Die Wehrbefestigung verschwand mit dem Eisenbahnbau, der Strassenname blieb.

Das mit den Hühnern, die dort gackern, ist übrigens nicht geflunkert. Am Wegrand stolzieren tatsächlich die Hennen und zwar erst noch seltene. Unter anderen auch Appenzeller Spitzhaubenhühner, die von pro specie rara gefördert werden.

Doch, der Frühling kommt, wenn auch nur zaghaft. Hier gackern am Wegrand die Hühner und legen auf Ostern hin fleissig Eier. Doch an welcher Strasse wohnen diese Hühner?

Unser Fotograf weiss es nicht. Wer kann ihm helfen? Eigentlich ist dies nicht nur eine biologische, sondern vor allem auch eine geometrische Frage.

Harald Jenk lag nicht nur richtig, er lieferte auch gleich noch die richtige Begründung, warum wir diese Woche die Archivstrasse gesucht haben.

Die Archivstrasse ist tatsächlich nach dem Bundesarchiv benannt, welches dieses Jahr nicht an der Museumsnacht teilnimmt.

Unser Fotograf bereitet sich auf das Grossereignis der kommenden Woche vor und verirrt sich dabei. Dies ausgerechnet an der Strasse, wo alle Dinge fein säuberlich katalogisiert aufbewahrt werden sollten.

Zumindest verspricht der Name der Strasse dies. Unser Fotograf fühlt sich aber ziemlich verloren. Wer kann ihm helfen, wer weiss, wo er steht?

Harald Jenk hat auf den Asylweg getippt und lag damit genau richtig. Doch wer hat an diesem Weg eigentlich Asyl beantragt?

Am Asylweg haben im vorigen Jahrhundert Kinder im «Waisenasyl zur Heimat» Unterschlupf gefunden. Heute gibt gleich nebenan das Brünnengut Erholungssuchenden eine Heimat. Asylsuchende finden aber am Asylweg keinen Unterschlupf. Für sie steht kein Landsitz und kein grosszügiger Park zur Verfügung. Asylsuchende erhalten in Bern unterirdisches Quartier – in der Notunterkunft Hochfeld. Der Staat hat zudem die Betreuung der Asylsuchenden ausgelagert und die ORS Service AG damit betraut.

Dieser Weg verspricht etwas, dass viele, die ihre Hoffnungen auf das politische Bern gesetzt hatten, nicht erhalten haben. Unserem Fotografen würde es hier gefallen. Ob er wohl bleiben kann? Wer weiss, wo er heute steht?

Hier an den Rändern der Stadt wird der Kontrast zwischen urbanen Wohnformen und ländlichem Flair besonders deutlich sichtbar. Kein Wunder, dass unser Fotograf den Überblick verloren hat.

Jemand hat es herausgefunden, allerdings wissen wir nicht wer. Gesucht war die Gutenbergstrasse. Doch warum heisst diese Strasse so?

Sie ist nach dem Erfinder der Buchdruckerkunst benannt – so weit, so offensichtlich. Warum allerdings ausgerechnet in Bern eine Strasse nach Johannes Gutenberg benannt ist, ist unklar. Möglicherweise ein Plagiat? Auch Berchthold Weber kann in seinem Buch «Strassen und ihre Namen» keine Begründung dafür nennen, warum der Gemeinderat 1897 diese Strasse so getauft hat. Das ist fast so, wie wenn der Gemeinderat heute eine Gates- oder eine Jobs-Strasse einweihen würde.

Wie das Historische Lexikon der Schweiz erklärt, kam der Buchdruck 1537 nach Bern. Der Stadtrat hatte den Pionier des Musikdrucks Matthias Apiarius nach Bern berufen. Er arbeitete hier als erster Buchdrucker und Buchbinder. Gearbeitet hat er im heutigen «Apiarius-Haus». Dieses steht allerdings nicht an der Gutenbergstrasse sondern an der Brunngasse 70.

Der Mensch, der diesem Weg den Namen gab, hätte es eigentlich ermöglicht, dass unser Fotograf einen Strassenplan mit sich herumtragen könnte. Hat der Fotograf nicht getan und sich verirrt. Wo steht er, wer kann ihm helfen?

Aber so ist das halt. Heute verlässt man sich – wahrscheinlich zum Leidwesen des Namensgebers – auf elektronische Strassenkarten. Doch wenn in der Kälte dem Smartphone die Batterie ausgeht, dann nützt das auch nichts mehr. Ein Plan, der schwarz auf weiss zeigt, wo man steht, würde da weiterhelfen.

Ein stahlharter Weg

von Nino Ruef 26. Februar 2013

Luci Lago hat es herausgefunden! Unser Fotograf stand am Schmiedweg in der Lorraine.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war man sich über die Schreibweise des Privatweges nicht einig. Ob Schmidweg oder Schmiedweg – der Namen verdankt er vermutlich Abraham Johann Siegfrieds Schmiede im Haus Nr. 6.

Am Boden liegt immer noch etwas Schnee, das Wetter ist schön jedoch immer noch kalt. Unser Fotograf konnte in dieser Kälte nicht einmal den HPSTM-269-Rahmen, der normalerweise um die Fotosafari-Bilder ist, montieren.

Dieser Weg ist nicht wirklich steinig, aber hart – also zumindest die Passanten die in der Mitte der Strasse links abbiegen.

Vielleicht wurden hier einst Werkzeuge oder Waffen hergestellt. Heute sieht es allerdings nicht mehr danach aus. Der grüne Bambus weist zumindest nicht gerade darauf hin…

 Das GPS wollte bei diesen Temperaturen auch nicht funktionieren, wer kann helfen und weiss, wo dieses Foto aufgenommen wurde?

Adel verpflichtet

von Beat Kohler 19. Februar 2013

Michael Honegger hat richtig geraten! Gesucht war die Bonstettenstrasse in der Nähe der Engestrasse und der Neubrückstrasse.

Wie das Buch «Strassen und ihre Namen» erklärt, hiess die Bonstettenstrasse bis 1917 Myrthenweg. Ob dies auf die gleichnamige Pflanze zurückgeht ist allerdings reine Spekulation. Bonstetten ist der Name eines alten Berner Geschlechts, «die im Rat immer den Vortritt hatten», wie Berchthold Weber zu diesem Namen schreibt. Zu der Zeit, als der Gemeinderat die Strasse entsprechend taufte, wurde Walther von Bonstetten Zentralpräsident des Schweizer Pfadfinderbundes.

Es zieht, es ist kalt und unser Fotograf friert sich den Zeigefinger ab, als er festhalten will, wo er heute steht. Früher Mal hiess diese Strasse Myrthenweg.  Wie heisst sie heute? Wer kann helfen?

Von Myrthensträuchern ist hier aber längst nichts mehr zu sehen. Im Moment gleichen Teile der Strasse eher einer grossen Baustelle, werden hier doch einige Häuser saniert. Am nordöstlichen Ende der Strasse hat man einen guten Ausblick.

Leider konnte niemand das Rätsel lösen. Gesucht war die Bovetstrasse, welche nach einem der Gründer des Blauen Kreuzes benannt ist und die an die Titanic II, das Gebäude des BIT, grenzt.

1877 gründete der in Bern tätige Pfarrer Arnold Bovet zusammen mit seinem Genfer Kollegen Louis Lucien Rochat das Blaue Kreuz. Seit ihrer Gründung bekämpft die Organisation den Alkoholismus und setzt sich für die Abstinenz ein. Heute unterstützt das blaue Kreuz unter anderem auch Alkoholtestkäufe durch Jugendliche, um fehlbare Wirte und Detailhändler zu entlarven. Eine Massnahme die nicht unumstritten ist.

Unserem Fotografen wäre es auf jeden Fall eine Hilfe, wenn er wüsste, wer dieser Strasse den Namen gegeben hat. Dann wüsste er wieder, wo er im Leben steht. Wer kann ihm helfen?

Schliesslich hat die Person, welche dieser Strasse den Namen gegeben hat, sich zeitlebens darum gesorgt, dass seine Mitmenschen auf dem richtigen Weg bleiben. Wenn er wüsste, wie heute seine Organisation mithilft, den rechten Weg zu kontrollieren, wäre er vielleicht auch nicht mehr einverstanden.

Bruno Wenger und René Kernen lagen richtig. Gesucht war die Helene-von-Mülinen-Treppe, welche oberhalb der Abstellgeleise hinter der Reitschule einen direkten Aufstieg ins Quartier ermöglicht.

Die Frage muss erlaubt sein, warum eine wichtige Vorkämpferin der Frauenemanzipation in Bern lediglich mit einer nur rund 100 Meter langen, steilen Steintreppe im Niemandsland hinter dem Bahnhof geehrt wird. Eine Prachtallee konnte sie im herrschaftlichen Bern trotz ihrer Abstammung aus einer geachteten Patrizierfamilie nicht erwarten. Aber nicht einmal für eine Strasse hat es gereicht. Dennoch hat Helene von Mülinen ihre privilegierte Herkunft genutzt. Nachdem ihr von ihrer Familie der Zugang zu höherer Bildung verwehrt wurde, hat sie sich zeitlebens für die Rechte der Frau eingesetzt.

Wieder einmal steht unser Fotograf unten an einer Treppe. Dieses kurze und unscheinbare Stück des Berner Wegnetzes hat einen langen Namen. Wer kann helfen? An welcher Treppe steht der Fotograf?

Eigentlich ist es klar, dass im herrschaftlichen Bern eine Person mit dieser Biographie höchstens mit einer kleinen, unscheinbaren Treppe geehrt wird. Andererseits passt es zur Rolle der namensgebenden Person, dass es sich um einen steilen, steinigen Pfad handelt. Immerhin: Die Aussicht ist gut und das Fernweh weckt die Reiselust.

Michael Honegger hat es herausgefunden. Gesucht war die Weststrasse, welche den Helvetiaplatz mit dem Dalmaziquai verbindet.

Die Strasse mit dem Allerweltsnamen führt – oh Wunder – vom historischen Museum Richtung Westen. Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. An der Weststrasse entfaltet sich mitten in der Stadt viel ländliche Idylle. Dies nicht nur, weil hier rustikale Chalets stehen, die Häuser bemalt sind, wie in einem schmucken Dorf und gleich um die Ecke das alpine Museum steht.

Von der Weststrasse aus wird auch werden die Milchkühe der Schweiz dirigiert. Hier ist die zentrale der Schweizer Milchproduzenten SMP. Auch wenn die produzierte Milchmenge in der Schweiz nicht mehr zentral geregelt wird, so hat der SMP auf dem Milchmarkt immer noch ein gewichtiges Wort mitzureden. An der gleichen Adresse ist übrigens auch der landwirtschaftliche Informationsdienst, die Pressestelle der Schweizer Landwirtschaft, welche «den Dialog zwischen der Stadt und dem Land» stärken will.

Wenn unser Fotograf nicht wüsste, dass er eben erst noch im Zentrum der Stadt war, hätte er das Gefühl dass er sich dieses Mal zwischen Adelboden und Zweisimmen verirrt hat. Wer kann ihm helfen? An welcher Strasse steht er?

Chalets an Hanglage, das gibt es in Bern häufiger als man denkt. Oft auch ziemlich in der Nähe des Zentrums. Verlässt man die Hauptachsen, wähnt man sich rasch in einem kleinen Bergdorf. Dementsprechend verwirrt ist unser Fotograf, als er in ein solches Quartier kommt. Rasch weiss er nicht mehr, wo er steht.

Chris Szabo lag leider falsch. Aber immerhin hat er als einziger einen Vorschlag gemacht. Gesucht war der Hochbühlweg. Die richtige Lösung gefunden hat leider niemand.

Der Weg ist an einem kleinen Hügel, dem Donnerbühl, gelegen. 1888 benannte der Gemeinderat diesen Weg in Anlehnung an seinen Standort als Hochbühlweg, wie Berchthold Weber im Buch «Strassen und ihre Namen» (Verlag Stämpfli & Cie AG Bern, 1990) schreibt. Die Bezeichnung Bühl kommt in Ortsnahmen und Wegbezeichnungen immer wieder vor. Bühl ist ein Synonym für Erhebung, flacher Berg. Als Teil eines Ortsnamens deutet es auf eine Siedlung auf oder an einem Hügel, einer Anhöhe hin, wie Wikipedia erklärt. Das trifft auf den Hochbühlweg definitif zu.

Die Kälte hat ihm wohl die Sinne vernebelt. Auf jeden Fall weiss unser Fotograf einmal mehr nicht, an welcher Strasse er sich bewegt. Wer kann ihm helfen? Wer weiss, wo er steht?

Es sollte nur ein kurzer Spaziergang werden. Doch bei diesen eisigen Temperaturen bekommt man auch nach kurzer Zeit eine kalte Nasenspitze und klamme Finger. Es fühlt sich fast an wie in den Bergen. Wüsste er, wie die Strassen hier heissen, dann wäre dieser Vergleich gar nicht so falsch.

Dieses Mal liess sich die Lösung leicht herausfinden, auch wenn man das Bild nicht erkannte, wie René Kernen richtig feststellte. Gesucht war der Jägerweg.

In Bern haben die Jäger einen Weg, aber ansonsten fristen sie eher ein unscheinbares dasein. Die Haltung zur Jagd ist in urbanen Gebieten grundsätzlich ablehnenend. Dennoch werden auch auf Stadtgebeit Wildtierpopulationen dezimiert, um ihre Verbreitung zu kontrollieren. Das bekannteste Beispiel sind die Tauben (30.11.2012 / Der Bund). Die Berner Stadttauben werden vom Tierpark Dälhölzli betreut. Vor die Flinte kommen auf Stadtgebiet höchstens Füchse, allerdings handelt es sich hier in erster Linie um kranke Tiere (16.07.2012 / Berner Zeitung). Zuständig ist für die Stadtfüchse nicht Jäger, sondern der Wildhüter.