Fundstücke

49 alte Kanonenkugeln soll es im Dählhölzli geben, dazu 5 Granatteile, 56 Gewehrkugeln und 48 weitere Militaria (moderne Geschosse, eventuell Gamellen und Nagelschuhe). Gefunden habe ich sie jedoch nicht im Dählhölzli selbst, sondern im QuaVier, der Zeitschrift des Stadtteils IV. Darin ist zu lesen, dass Markus Schläppi bereits 2010 am nördlichen Waldrand des Dählhölzli Kanonenkugeln entdeckt hat.

Sie stammen laut archäologischem Dienst des Kantons aus vielen Arten von Kanonen, etwa leichten «pièces à la Catalane», dem «Regiment Stückli» oder aus Schnellfeuerkanonen. Alte Munitions-Bestände aus dem Zeughaus wurden im Rahmen von Übungen laufend abgebaut. So schossen Kanonen von der kleinen Schanze über das bewohnte Marzili tagelang ins Kirchenfeld. Die Kanonenkugeln aus dem Dählhölzli stammen allerdings eher vom Gryphenhübeli, einem ehemals beliebten Artilleriestandort. Bereits 1551 sind Militärmanöver auf dem Kirchenfeld belegt, eine zweiwöchige Übung fand 1767 statt.

Bilder und Informationen finden sich in dem Artikel «Vom Truppenübungsplatz zum Diplomatenviertel : die Kanonenkugelfunde aus dem Berner Dählhölzli», von Schimmelpfennig, Wenke / Wulf, Detlef in dem «Jahrbuch des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern» (2018).

Bei einem Spaziergang der Aare entlang auf dem Dammweg vom Fährlibeizli Richtung Muri trifft man unvermittelt auf ein Absperr-Gitter, das einen Abschnitt mit beschädigter Dammkrone abriegelt, was wiederum zu umstrittenen Massnahmen der Ufergestaltung führt.

Schweizweit haben beim grossen Hochwasser von Mitte Juli die seit 2005 ergriffenen Massnahmen ihre Tauglichkeit eindrücklich unter Beweis gestellt: die naturnahe Gewässergestaltung, die mobilen Sperren und Verbesserungen entlang der ganzen Warnkette. Die naturnahe Gewässergestaltung ist in den letzten Jahren auch an vielen Uferbereichen entlang der Aare von Thun nach Bern umgesetzt worden – die Gemeinde Muri hingegen stand lange abseits.

Umstritten ist noch heute vor allem der Dammweg zwischen dem Autoparkplatz Wehrliau und dem Muribad. Insbesondere der Kanton sieht vor, ihn zugunsten einer naturnahen Gestaltung zum Hang hin zu verlegen. Er übernimmt selbst wesentliche Kosten und möchte von der harten Uferverbauung wegkommen. Eine Petition wollte das verhindern. 2017 hat der Gemeinderat unter dem Titel «Wogen glätten an Muris Aareufer» seine Überlegungen für die Unterstützung der Kantonslösung dargelegt und mahnte zum bestehenden Dammweg: «Der Damm wird nicht mehr manchem Hochwasser standhalten können.» Der damals in Aussicht gestellte rasche Entscheid ist aber aufgrund eines Moratoriums weiter ausstehend.

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Die Wogen kamen nun in Form von Hochwasser. Und ausgerechnet dieser Dammweg in seiner Fortsetzung vom Autoparkplatz bis zum Fähribeizli war besonders betroffen. Ein Abschnitt bleibt weiter gesperrt – nach Auskunft der Gemeinde bis voraussichtlich Ende August: Auf rund 30m hat die Dammkrone Schaden genommen und muss wieder Instand gestellt werden.

Da stellt sich die Frage, ob dies die Ausgangslage auch beim Dammweg Autoparkplatz Richtung Muribad beeinflusst. Thomas Marti von der Bauverwaltung Muri sieht keinen direkten Zusammenhang. «Indirekt kann jedoch gesagt werden, dass wir wieder einmal gemerkt haben, dass die Aare eine Naturgewalt ist, welche sich der finalen Kontrolle durch den Menschen entzieht.» Auch in Muri ist ein  Bewusstseinswandel im Gange, wie sich auch in den letztjährigen Wahlen gezeigt hat. Vielleicht mag ja das Hochwasser indirekt die Wogen glätten.

In der März-Ausgabe von Quavier, der Quartierzeitung im Stadtteil IV, war in der Rubrik Politik, in der alle zehn in der Quartierorganisation vertretenen Parteien ihre quartierpolitischen Anliegen darlegen konnten, dieser quartierpolitische Menuvorschlag zu lesen. Wenn ich wählen müsste: Ich schwanke noch zwischen den Ropetech-Seilchen als Entrée, den hauchzarten Parkplätzli und dem karamellisierten Turnhallenboden zum Dessert. E Guete!

In den Briefkasten des «Wulchechratzer» flatterte neulich folgende Frage:

Lieber Housi, vor einigen Tagen habe ich in einem sonst selten benützten Schrank eine Schachtel gefunden, die meine Neugier entfachte. Zu meiner Überraschung war sie angeschrieben mit «Hygienemasken Typ IIR, 50 Stück». Ich kann mich nicht entsinnen, solche Masken je erworben zu haben. Ein Aufkleber enthielt den Text: «Masken für die Bevölkerung im Pandemiefall gemäss Empfehlungen des BAG». Im Beipackzettel steht unter anderem Folgendes: «Das BAG wird zu gegebener Zeit über die Situationen während einer Pandemie informieren, in welchen das Tragen von Hygienemasken angezeigt ist». Ich frage mich nun, wer noch alles eine solche Schachtel erhalten hat.  Gottfried

Der «Wulchechratzer» antwortete:

Lieber Gottfried. Leider konnte ich bisher auch noch nicht in Erfahrung bringen, wie, warum und woher die Masken zu dir kamen. Aus meinem Bekanntenkreis gab es ebenfalls eine Person die diese Masken bekommen hat, jedoch wusste auch sie nicht mehr, was es damit auf sich hatte. (…)

Habt auch ihr, liebe Leserinnen und Lesern, solche Masken zu Hause? Wir mutmassen, dass diese noch von der SARS-Pandemie 2002/2003 stammen.

Bärndütsch isch e mordstonner präzisi Sprach. Gloubet dir nid?
I cha nechs bewiise ahand vomne Bischpiu usem Arbeitsalltag.
Nähme mr mal a, öpper würd üs frage:
Hesch viel z tüe?
D Antwort wott überleit si.

Me cha sage: Ja, i ha viu z tüe.
Aber das seit ja niemer.
Mindestens «chli viu» mues es scho si.
Das isch nämlech en Underschied.
Und isch nid öppe weniger als viel, sondern ender meh.
Aber me schaffts.

We mes chli dramatischer möcht, seit me viellech:
i ha mega viu z tüe.
Oder soumässig oder huere viu.
Oder irgend en anderi trendegi Steigerigsform.

Oder me dräihts anders ume:
I ha «nid weni» z tüe
oder «gar nid weni» (Betonig uf «gar»!).
Für Afänger: das isch de nid öppe ds gliiche wie «weni»
«nid weni» isch nämlech eignetlech «ziemli viu».

«Fasch nüt z tüe» wär logischerwiis eifach «weni»
Aber das seit o niemer.
Mindestens «mega weni» muess es si.
Oder «huere weni»
Oder «u-huere weni»
(Steigerige wie obe!)

U bevor me seit «i ha gar nüt z tüe»
Seit me gschider no: «mau luege, morn gits sicher wieder öppis…»

Auso, Zämefassig für Uswärtigi: zwüsche «öppis» u «gar nüt» z tüe ha liege Wälte.
Aber die Finesse am ne Uswärtige z erkläre, das bruucht fei e chly Zyt.
U wie viel isch itz «fei e chly»?
Ömu nid weni….

Das Schicksal des Fundstücks als Fundstück: Eines Tages war da im Herbst ein goldiger Hundehaufen auf dem Kornhausplatz zu finden – als unabhängiger Kommentar der Künstlerin Serage Zeinab zu den allgegenwärtigen Bernhardinern des Tourismusvereins. Der aber mangels Bewilligung nach 24 Stunden von der Stadt weggeräumt wurde. Schon drohte ihm im Entsorgungshof das Schicksal unzähliger Fundstücke, da gelang es Carola Ertle und Günther Ketterer, den Hundehaufen in einer «abenteuerlichen» Rettungsaktion zu «befreien».

Was eine Randnotiz ihrer Weihnachtskarte 2017 bildete, die wiederum in meiner Mailbox landete, wodurch der goldige Hundehaufen nun sein Leben als Fundstück zurück erhält.

Am Bahnhof Bern hat der Fahrplanwechsel ungeahnte Folgen. Wir hoffen, dass die Züge ihren Weg auch ohne elektronische Anzeigen finden.

AfU vs. BBL 2:0

von Urs Frieden 11. März 2017

Das städtische Amt für Umweltschutz (AfU) ist vor ein paar Monaten aus der Innenstadt ins Nordquartier gezogen, an die Morgartenstrasse 2a. Bei der Benamsung der Sitzungszimmer haben sich die AfU-Leute etwas einfallen lassen: Namensgeber sind Robert Prytz und Thomas Häberli, zwei ehemalige YB-Spieler aus dem benachbarten Wankdorfstadion. Die beiden Säle wurden nicht einfach nur hurtig angeschrieben, sondern mit Bildern und Angaben zu den beiden YB-Altstars versehen.

Wie man es auch machen kann, sieht man 200m weiter südöstlich: Die neuen Verwaltungsgebäude am Guisanplatz 1, derzeit noch im Bau, bekommen folgende drei Namen: Morgarten, Laupen, Sempach.

Danke, liebes Bundesamt für Bauten und Logistik, das ist wirklich sehr originell, diese Schlachtnamen, und das erst noch in einem Quartier, das traditionsgemäss unter militärischen und vaterländischen Strassennamen von Tell bis Winkelried leidet.

Schwarzeis auf dem Oeschinensee: Die Medien haben pünktlich aufs neue Jahr vermeldet, die Eisschicht sei dick genug. An Neujahr tummelten sich auf der tatsächlich rabenschwarzen Eisfläche bis zuhinderst an die Felswände der Blüemlisalp bereits Hunderte auf Schlittschuhen.

Nicht vermeldet worden ist bisher die Kunstausstellung, die hier im Moment besuchen kann, wer sich die Mühe macht, ein bisschen durch das Ufergeröll zu turnen. Der einheimische Kunstschaffende N. Atur zeigt hier seine neuen Ice Art-Werke, die in oft düsteren Grautönen, aber auf überraschend lebendige Weise die Dialektik zwischen Struktur und Vergänglichkeit thematisieren. Wie die Eat Art der 1960er Jahre provoziert N. Aturs Kunst die konformistische Kommerzkunst mit ihrem Subtext: Zu kaufen gibt’s nix, Trottel! Wenn du nix siehst, bist du selber schuld.

Obschon N. Aturs Werk von den Kunstgremien und -expertInnen aller Grade bis heute übersehen worden ist (wo die wohl hinschauen?), ist die Ausstellung dank der grosszügigen Spende eines anonymen Mäzenatenpaars doch möglich geworden. Ihren Namen verrät Journal B an dieser Stelle exklusiv (Herr und Frau L. Gott). 

Mit einem Foto vom Dreifaltigkeitsfest der orthodoxen Eritreer in einer Kirche in Buchs gewann der Fotograf Daniel Rihs kürzlich den Swiss Press Foto Award in der Kategorie Schweizer Reportagen.

Ein solches Foto habe ich doch eben gerade gesehen, ging es mir durch den Kopf, als die die Zeitungsmeldung las. Tatsächlich hat Journal B praktisch zeitgleich eine eindrückliche Reportage über die eritreische koptisch-orthodoxe Gemeinde in Bern mit Fotos aus der Berner Kirche St. Peter und Paul am Rathausplatz veröffentlicht – übernommen von der «BrunneZytig» – was zeigt, welches Potential auch in Quartier-Zeitungen vorhanden ist.

Sorry, ich konnte nicht anders. Als ich im Tierpark Dählhölzli das Schild mit der Steigerung «Bär > Wolf > WC» sah, musste ich unweigerlich an Direktor Bernd Schildger denken.

Da ruiniert einer seinen Ruf, indem er sich mit zwielichtigen Figuren auf die SVP-Gemeinderatsliste setzen lässt. Und zelebriert gleichsam seinen Absturz: Wer für ein Vollamt kandidiert, gibt öffentlich ein Zeichen, dass der aktuelle Job nicht mehr das Gelbe vom (Straussen-)Ei ist, der Bär nicht mehr so tanzt wie früher und man auch nicht mehr an den Storch oder den Elchtest glaubt (man mache an dieser Stelle weitere lustige Tier-Beispiele).

Wer nicht gewählt wird, bleibt danach im angestammten Betrieb auf ewig «lame duck», eine lahme Ente. Diese beliebte Metapher müsste der belesene Tierpark-Direktor eigentlich kennen. Und auch, dass dieser Mischmasch (pardon: MischaMascha) von sympathischer Berufskarriere und übertriebenen Politambitionen nicht überall ankommt. Schon gar nicht beim Chef. Denn der kandidiert ja auch!

Noch etwas: Der zweite Satz auf Schildgers Schild («Mehr Platz für weniger Tiere») hätte ihn eigentlich auf eine andere Gemeinderatsliste führen müssen. Aber Achtung: Dort ist das Gerangel schon zu gross.

«Shim Sham statt schäm schäm» hat sich eine Gruppe Tanzfreudiger gesagt. An diversen Orten in Bern haben die Männer und Frauen die Swing-Choreographie «Shim Sham» getanzt und für ein Nein zur Durchsetzungsinitiative geworben.

«Wir haben das Glück, hier geboren zu sein und vor Freude tanzen zu können», sagt eine der Organisatorinnen. «Toleranz, Offenheit, Rechtsstaat und Demokratie gehören zur Schweiz. Wir sollten uns an diesen Werten freuen, statt sie zu zerstören. Deshalb haben wir uns spontan zum Tanzen für ein Nein gegen die Durchsetzungsinitiative getroffen.»

Schon zum zweiten Mal trat in der Berner Innenstadt eine Gruppe von Leuten mit Volksliedern lauthals gegen die sogenannte Durchsetzungsinitiative an, um für den Rechtsstaat einzustehen.

«S’isch äben e Mönsch uf Ärde, Simelibärg.» Der Ausklang in Moll traf das Thema: Trennung tötet. Von Sandra Künzi initiiert, trafen sich am Samstag auf dem Kornhausplatz Frauen und Männer und Kinder, um gegen die Durchsetzungsinitiative hinzustehen und zu singen.

Einige in Tracht und Bauernhemden, andere in ihrer üblichen Kleidung, sangen wir aus dem Repertoire der Volkslieder. «Lueget vo Bärg u Tal», «Wenn eine tannigi Hose het», «Es Buurebüebli», «Gang rüef de Bruune», «Zoge am Boge», «S isch mir alles eis Ding», «L’inverno e passato».

Wir sangen laut, nicht immer richtig, zuweilen neben dem Takt. Wichtig war, diese schönen, lustigen, traurigen, oft fremden Lieder nicht jenen zu überlassen, die sie für sich pachten wollen, weil nur sie zu wissen meinen, was richtige Schweizerinnen und Schweizer sind. Gegen eine politische Verirrung zu singen, tut gut. Es ist der erste Schritt, für etwas einzustehen.

Kommt man auf den Golitschenpass, steht westlich ein schroffer Felsknubel. Umgeht man ihn, kann man ihn besteigen. Auf dem «Stand» ist  die Aussicht so gut, dass man fast alles sieht. Wenn man Glück hat sogar einen bisher unbekannten Hodler.

Was? Isch das än Hodler?
Sicher isch das ä Hodler.
Daisch doch kän Hodler!
Mo mou, das isch ä Hodler!
Moll, du hesch recht, daisch doch än Hodler.
Gäu?
Itz gsehnis. Da sind doch die Wülchli.
Da isch er no ganz jung gsi.
Jo jo, die Wülchli. Die Wülchli.
Äbe, ä Hodler.
Jo me siehets scho. Wege de Wülchli.
Dert obe hann i doch mau ds Bei broche.
Wo obe?
Dert uf em Niese.
Isch da de Niese?
Ja, das isch dr Niese.
Du da isch dänn schön.
Klar, dr Niese isch dänk schön.
Ich han doch nöd gwüsst, da da de Niese isch.
Das isch o nid dr Niese. Das isch es Biud vom Niese.
Jo gell, vom Hodler.
Genau.
Jo, vom Hodler.
Scho schöööö!

Der Text «Vor einem Hodlerbild» findet sich in: Beat Sterchi: Ging gang gäng. Luzern (Der gesunde Menschenversand, Edition spoken word 3) 2010, S. 26.

Die Ukraine sei ein «gescheiterter Staat». Da könne man nichts machen – schon gar nicht in Bern. Sicher?

Dies gelesen:

«Die Europäer sollten in die Ukraine reingehen, anstatt die Rede vom failing state vor sich herzutragen. Reingehen, das heisst: mit Buslinien, mit Billigflügen, mit Reisebüros, Städtepartnerschaften, Studenten, Schüleraustauschen, Konferenzen, Reportern, Architektenbegegnungen, beruflichen Dialogen, was auch immer es an zivilen Wegen gibt. Tausendfach.»

So Karl Schlägel, Professor für Osteuropäische Geschichte, im Gespräch mit seinem Kollegen Jörg Baberowski, Professor für Geschichte Osteuropas, publiziert in der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 16. Juli 2015, Seiten 44/45.

Das gedacht:

Warum also keine Städtepartnerschaft Bern – Kiew?

Geht das noch, unschuldig ins Meer zu steigen? Können wir dort den Flüchtlingen entrinnen, die auf der Überfahrt nach Europa ertrunken sind? Der Sommer am Meer ist anders geworden, real und in unserer Vorstellung. Ein Fast-Sonett.

 

Sommer am Meer
fast ein Sonett

Der Sommer ist da und wir fahren ans Meer
mit Streit, Gepäck und Proviant
mit dümmlichen Gameboys in jeder Hand
auch der Stau ist da, und heiss ist der Teer

Endlich am Ziel, ein Hotel direkt am Meer
Gerangel beim Frühstück, Gerangel am Strand
ein Keifen und Weinen im Familienverband
wir sind uns in den Ferien einfach zu schwer

Als wir endlich den Fuss Richtung Wasser erheben
bemerken wir blass und von Übel gepackt
da schwimmen uns zahlreiche Leichen entgegen

Wir flüchten, doch sie sind schneller und nackt
wir hören das düstere Meeresbeben
Noch vor der Grenze haben sie uns gepackt

***

Der Sommer war da und wir warn an Meer
dort fanden uns Tote und hielten uns fest
sie brachten uns stumm in ihr Todesnest
da weinen wir nun, für immer im Meer

aus: Das politische Sonett / Juni 2015 Sandra Künzi

Bei der Konzeption von Journal B stellte sich die Frage: Wetterbericht? Nein, nur die tägliche Temperatur der Aare, dafür oben links auf der Startseite. Mit steigenden Temperaturen wächst die Lust auf einen Aareschwumm.

Also am letzten Sonntag ein Blick in Journal B: 14,8 Grad. Eine andere website: 16,2 Grad. Was jetzt? Am Montag der Austausch unter Kollegen: Ich war nicht als einziger deswegen auf Journal B. Einer hat sogar kurz darauf die offizielle Station des Bundes in der Schönau passiert: 15,0 Grad. Gute Qualitätskontrolle. Aber immer noch zu kalt. Doch es lohnt sich, die Aaretemperatur auf Journal B in den nächsten Tagen weiter zu beachten!

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 7)

von Journal-B 27. März 2015

«Ich wollte wissen, was das für Leute sind, die unsere Trams putzen und warum sie diese Arbeit machen.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie noch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 6)

von Journal-B 26. März 2015

«Es gehe darum, den Flüchtlingen, die hierher kommen, ein Gesicht zu geben und ihnen zuzuhören. Darum braucht es andere Geschichten.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie noch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 5)

von Journal-B 25. März 2015

«Die Leute vom Team Sauber erzählen, dass ihre Arbeit allgemein geschätzt werde und sie wenig schlechte Erfahrungen machten.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie vom Mittwoch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen. Vernissage: heute Mittwoch, 25. März, 17 Uhr.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 4)

von Journal-B 24. März 2015

«Auf die Idee dieser Reportage gekommen bin ich, weil mich die Leute in ‚Team Sauber‘-Overalls, die mit Putzkessel an den Haltestellen unterwegs waren, interessierten.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie vom Mittwoch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen. Vernissage: morgen Mittwoch, 25. März, 17 Uhr.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 3)

von Journal-B 23. März 2015

«Das Team Sauber ist kein Arbeits-, sondern ein Integrationsprojekt.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie vom Mittwoch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen. Vernissage: Mittwoch, 25. März, 17 Uhr.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 2)

von Journal-B 22. März 2015

«Es geht beim Team Sauber um die unterste Stufe der Arbeitsintegration, um ein ‚Arbeitstraining‘, aus dem eine Praktikumsstelle oder eine Lehre resultieren kann.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie vom Mittwoch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen. Vernissage: Mittwoch, 25. März, 17 Uhr.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Gegen Rassismus: E suberi Sach (Teil 1)

von Journal-B 21. März 2015

«Die Hasskampagne der SVP brennt sich langsam aber sicher in die Köpfe ein. Das ist gefährlich.» (Peter Eichenberger)

 

«E suberi Sach – unterwegs mit dem Team Sauber BERNMOBIL» ist eine Fotoreportage von Peter Eichenberger. Im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus ist sie vom Mittwoch bis zum Samstag im Kornhausforum (Foyer 1. Stock) zu sehen. Vernissage: Mittwoch, 25. März, 17 Uhr.

Zum vollständigen Programm der Aktionswoche.

Was geht vor in der Stadt? Seit Tagen irritieren anonyme Plakate unsere städtisch-bodenständige Phantasielosigkeit. Steckt Blocher dahinter? Oder doch eher die Rotgrünen?

Wer könnte ein Interesse haben, die Stadt mit Plakatständern voller schwarzweisser Weltformatplakate vollzustellen? Die politischen Radikalinskis (schwarzweiss)? Oder die aussenpolitisch Grössenwahnsinnigen (Weltformat)?

Ist es denkbar, dass die SVP den nationalen Wahlkampf vom Oktober bereits jetzt lanciert (Bundeshauptstadt!)? Die kecke Aufforderung, nicht in den Bus einzusteigen: Ist das eine antietatistische Stichelei gegen den städtischen Service Public? Und die unverfrorene Bitte, gleich zur Polizeihauptwache durchzugehen: Ist das nicht ein perfider fremdenfeindlicher Irreführungsversuch gegenüber abgewiesenen AsylbewerberInnen?

Oder haben sich – andersherum – die Rotgrünen zur Legislaturhalbzeit etwas Originelles auszudenken versucht? Darf man in der Aktion gar ein bisschen verschupfte Subversivität wittern? Zeugen die konsequent eingesetzten, verwirrlichen Doppelparolen – die die hochwohllöbliche Amtssprache als konfuses Gebrabbel konterkarieren – von einem geradezu anarchischen Augenzwinkern?

Blocher oder die Rotgrünen? Journal B bleibt dran!

Der «Berner Bär» hatte in seiner Ausgabe vom 27. Januar einen Primeur: Nicht nur Shakira, Johan Vonlanthen und Phil Collins haben in diesen Tagen Geburtstag, sondern auch Kurt Marti.

Im letzten März haben wir ein Gespräch geführt zur Frage, warum er nie ein Existenzialist, sondern als Schüler von Karl Barth stets ein «Barthisan» gewesen sei. Auf die Frage, ob er in den sechziger Jahren eher als Staatsbürger, Schriftsteller oder Pfarrer gegen die Atomaufrüstung der Schweiz demonstriert oder mit dem Kommunisten Konrad Farner diskutiert habe, hat er geantwortet: «Als Staatsbürger. Ich glaube, als Staatsbürger, der sich an der Bibel, an der christlichen Botschaft orientiert. Aber klar. So genau habe ich das damals nicht unterschieden… Einfach als Kurt Marti, fertig.»

Journal B gratuliert Kurt Marti zu seinem 94. Geburtstag.

Gesetzesfresser

von Fredi Lerch 14. Januar 2015

Polit-Geografie ist eine relativ junge Disziplin. Wer sie beherrscht, kann einen tiefen Blick tun in den Stadt-Land-Graben.

Die Staatsverdrossenheit auf dem Land nimmt zu. Dazu könnte der aus Huttwil stammende Vorzeige-Polit-Geograf und Politikwissenschaftler Michael Hermann zweifellos ausführlich referieren. Journal B hat nun herausgefunden, wo Hermann in jungen Jahren seine empirischen Studien betrieben hat: In seiner engeren Heimat – genau genommen bei Ettishüsere, keine zwei Kilometer von Huttwil entfernt – gehen unterdessen sogar die Bäume dazu über, Gesetzestafeln zu fressen.

Verlustanzeige

von Thomas Göttin 13. Januar 2015

Jahrelang habe ich mir Schweizer Zeitungen am Quartierkiosk im Egghölzli besorgt: Le Temps, Le Matin, La Liberté, Walliser Bote, Die Südostschweiz und so weiter. Ein Stück vielfältige Schweiz am Samstagmorgen. Das war einmal.

Seit kurzem erhalte ich dort nur noch Blick, Bund, BZ, NZZ und Tages-Anzeiger. Ebenso am Freudenbergerplatz und im Wankdorf. Auf dem Breitenrainplatz gibts noch ein paar weitere Zeitungen.

Man wisse halt nie, wann die ausländischen Zeitungen eintreffen, sagte mir der Verkäufer, als ich ihn auf diesen Verlust angesprochen habe. Ausländisch? Bei französischsprachigen und anderen Schweizer Zeitungen sei es eben das gleiche Problem.

So klein ist die Schweiz geworden.

Der Elefant

von Thomas Göttin 16. Dezember 2014

Täglich fahre ich mit dem Velo über den Helvetiaplatz. Und sehe nirgends einen Elefanten. Dabei habe ich gelesen, dass am Helvetiaplatz ein Skulpturenpark namens «Der Elefant ist da» als Kunst im öffentlichen Raum zu sehen sei.

Jedes Mal schaue ich kurz Richtung Kunsthalle, ob er sich dort im Eingang herumdrückt, der Elefant, oder ob er sich hinter dem Telegrafendenkmal versteckt. Fehlanzeige. Oder doch nicht? Schliesslich habe ich ihn gefunden, den Elefanten, er exisitert unter derelefantistda.ch.